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FGG-Vortrag: Agro-Food-Systeme: Zusammenhang gesunde Ernährung und gesunde Ökosysteme - 27.01.2020

Jan 27
January 27, 2020 6:30 pm - 8:00 pm
Hörsaal C - Eingang Hindenburgstr. @Kochstraße 4, 91054 Erlangen

Prof. Dr. Carola Strassner (FH Münster)

Wann: Montag, 27.01.2020 um 18:30 Uhr
Wo: Hörsaal C, Kochstr. 4 (Eingang Hindenburgstraße)
Eintritt: € 3,- (Studierende € 1,50; FGG-Mitglieder frei)

Für diesen Vortrag gilt die Kolloquiumsregelung!

Europäische Studien zeigen, dass Menschen, die Bio-Lebensmittel bevorzugen, auch eine gesündere Ernährung insgesamt verfolgen, d. h. mehr Obst und Gemüse, mehr Vollkornprodukte und weniger Fleisch zu sich nehmen und in Folge dessen geringere Umweltauswirkungen verursachen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Grundsatz der Gesundheit, einem von vier Leitprinzipien, die dem ökologischen Sektor Orientierung geben.

Auch wenn in populärwissenschaftlichen Büchern über alternative Diäten keine “Bio-Diät” mit der üblichen Eigenschaft von lebensmittelbasierten Empfehlungen oder Verboten identifiziert werden kann, wächst der Biomarkt weiterhin in vielen Ländern. Diese Märkte gewähren auch denjenigen Verbrauchern Zugang, die regelmäßig eine erhebliche Menge an Bio-Produkten konsumieren. In zwei solchen nationalen Märkten (Frankreich und Deutschland) gibt es nationale Ernährungserhebungen, einschließlich Bio-Konsumdaten. Die Analyse der Gruppe Verbraucher, die regelmäßig Bio-Produkte einkaufen zeigt, dass Bio-Konsumenten ein besseres Ernährungsmuster aufweisen (mehr pflanzliche Lebensmittel) und eine Lebensmittelauswahl, die besser mit anerkannten Lebensmittel- und Ernährungsempfehlungen übereinstimmt. Darüber hinaus wurde in der deutschen Kohorte eine positive Beziehung zwischen gesunden Ernährungsmustern, Ernährungswissen und einem gesunden Lebensstil gefunden.

Die Bio-Produktpalette wächst, gleichwohl vor allem in den Kategorien Convenience und Snacks, die im herkömmlichen Markt mit einem erhöhten Verarbeitungs-, Salz- und Zuckergehalt einhergehen. Lebensmittelbasierte Ernährungsrichtlinien (FBDG) sprechen gegenüber stark-verarbeiteten Lebensmitteln Restriktionen aus. Eine differenzierte Einschätzung des Bio-Sortiments ist deshalb indiziert. Lebensmittel, die aus gesunden Ökosystemen stammen, sollten zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung führen.

Kontakt zu Prof. Dr. Carola Strassner:

FH Münster University of Applied Sciences, Department of Food – Nutrition – Facilities, Correns Str. 25, 48149 Münster, Germany (strassner@fh-muenster.de)
Flyer Gesamtprogramm zum Download

Foto: Klimawürfel; Grafik: Energiewende ER(H)langen e.V.

FGG-VORTRAGSREIHE Wintersemester 2019/20

Das neue Vortragsprogramm der Fränkischen-Geographischen Gesellschaft im Wintersemester widmet den Zusammenhängen zwischen “Klimawandel, Landwirtschaft & Ernährung” einem hoch aktuellen Thema widmen. Erst vor wenigen Tagen hat der Weltklimarat in einen Sonderbericht zum Zusammenhang zwischen Klimawandel, Landnutzung und Landwirtschaft veröffentlicht. Die Süddeutsche Zeitung brachte die Kernaussage dabei folgendermaßen auf den Punkt: “Laut dem Weltklimarat IPCC muss die Menschheit nicht nur die Verbrennung fossiler Brennstoffe drastisch zurückfahren, sondern auch die Nutzung der Landflächen schnell und grundsätzlich verändern, um dramatische und potenziell irreversible Schäden durch Klimawandel und Übernutzung sowie massive Nahrungsmittelknappheit zu vermeiden.”

Themenschwerpunkt Herbst/Winter 2019/20:
Klimawandel, Landwirtschaft & Ernährung – Strategien für eine nachhaltige Transformation
Moderation: Prof. Dr. Perdita Pohle

Ergänzt wird die Reihe wiederum mit einem Praxisforum in Kooperation mit der Ortsgruppe Erlangen/Nürnberg des Deutschen Verbandes für angewandte Geographie (DVAG) zum Berufsfeld für Geograph*innen in der “nachhaltigen Entwicklung”. In einem Café Géographique im Lesecafé der Erlanger VHS werden zudem erste Ergebnisse der mehrjährigen Begleitforschung zu den Auswirkungen des neuen “Siemens-Campus” auf die Entwicklung von Stadt und Region vorgestellt.